
Musica
Die «Stobete» findet in vier privaten Stuben im Toggenburg, in Lichtensteig, Mogelsberg, Wattwil und Ebnat-Kappel statt und wird mit der Finissage im Rathaus für Kultur in Lichtensteig abgerundet. An der Stobete präsentieren Gastgeber:innen im privaten Raum Kunstinstallationen von Kunstschaffenden und öffnen ihre Stube für Besucher:innen. Gastgeber:innen und Kunstschaffende bewegen sich gemeinsam in einem sensiblen Zwischenraum, in dem sich Privates und Öffentliches berühren. In dieser vorsichtigen Grenzüberschreitung entsteht eine besondere Form von Nähe, getragen von Vertrauen, Neugier und Respekt. Die Gäste der Stobete werden vor der Stube empfangen, können sich austauschen und gemeinsam die Zeit bis zu ihrem «Stobete-Eintritt» verbringen, so dass nicht zu viele Interessierte auf einmal die Stube besuchen. Besucher:innen, die das wünschen, können sich mit einer kleinen Kamera ausstatten lassen. Sie sind damit in der Stube nicht nur Beobachtende sondern werden auch zu Dokumentierenden und halten ihre eigenen Wege durch den Raum fest. Aus diesen fragmentarischen Blicken entsteht im Nachgang ein verdichteter Film, der die Vielschichtigkeit der Begegnungen sichtbar macht und über den Moment hinausträgt. Zugleich verändert die Kamera den Blick – sie schärft die Wahrnehmung, verunsichert oder inszeniert und schreibt sich in das Verhalten der Anwesenden ein. So wird die Stube nicht nur erlebt, sondern auch reflektiert und neu erzählt. Der Film ist im Rahmen der Finissage zu sehen. In der Stube in Mogelsberg präsentieren Mario Baronchelli, Güttingen/St. Gallen und Gabriela Falkner, Herisau, ihr Kunstprojekt. Sie interessieren sich für Fragen der Wahrnehmung, das Verhältnis von Sein und Schein sowie das Spiel mit Illusion und Irritation. Mit subtilen Eingriffen machen sie verborgene Bedeutungen des Alltäglichen in der Stube sichtbar. Die «Stobete» wird zudem durch «Kunstvermittlung für alle» an der Hauptgasse 3 in Lichtensteig, von 09.30 bis 11.30 Uhr, ergänzt. Eine gutbürgerlich eingerichtete Stube auf dem öffentlichen Platz irritiert, balanciert jedoch die Grenze zwischen Privatraum und öffentlichen Raum aus. Das gesellige Zusammensein zufällig dazugestossener Passanten gipfelt im gemeinsamen Stricken von Blumen mit Dominique Kähler Schweizer, Wil, alias Madame Tricot. An der Finissage finden die Strickarbeiten als Gesamtbouquet ihren Platz.