
Concerto
Bogdan Božović spielt Tschaikowsky
Stadthaus · Winterthur
- Classica

Musica
Karlsruhe, München, Wiesbaden, Berlin, Baden-Baden – was wie eine Reiseroute durch Deutschland anmutet, markiert die Lebensstationen der Komponistin Luise Adolpha Le Beau: Orte, an denen sie versucht hat, eine gesicherte Existenz aufzubauen. Zwar wuchs sie als Tochter eines preussischen Generalleutnants und musikliebenden Dilettanten in einem gebildet-bürgerlichen Umfeld auf, doch fehlte ihr jener familiäre Schutzschild, auf den eine Fanny Mendelssohn oder Clara Schumann zurückgreifen konnten, um sich im von Männern dominierten Musikmarkt zu behaupten. Symptomatisch hierfür ist eine Episode, die Le Beau in ihren Memoiren festhält: Mit einem Empfehlungsschreiben des Dirigenten Hans von Bülow kam sie nach München, um dort bei Josef Rheinberger zu studieren. Zunächst jedoch erhielt sie Unterricht bei dessen ehemaligen Schüler Ernst Sachs. Erst als Rheinberger ihre Violinsonate op. 10 kennenlernte, nahm er sie in seine Kompositionsklasse auf: «Er fand meine Violinsonate männlich, nicht wie von einer Dame komponiert». So sehr Le Beau die Jahre in München als ihre erfolg- und ereignisreichsten empfand, blieb sie in der wagnerkritischen Stadt eine Aussenseiterin; und von Rheinberger distanzierte sie sich zusehends. Auch in Wiesbaden und Berlin gelang es ihr nicht, mit ihren Werken ein dauerhaftes Einkommen zu sichern. Erst der Umzug nach Baden-Baden im Jahr 1893 brachte eine Wende. In der Kurstadt kamen endlich auch ihre grösseren Werke zur Aufführung, so etwa die Märchenoper «Hadumoth» und die Sinfonie f-Moll. Dennoch: Nach Ihrem Tod 1927 geriet die Komponistin weitgehend in Vergessenheit. Erst in den 1980er-Jahren wurden ihre Werke, insbesondere die Lieder und die Kammermusik, wiederentdeckt. Zwei davon, das originelle Streichquartett g-Moll und das harmonisch farbige Streichquintett op. 54, erklingen nun anlässlich des hundertsten Todesjahres im Foyer des Theater Winterthur. Türöffnung und Bar 11.15 UhrImbiss und Getränke an der Bar erhätlich
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8400 Winterthur, Schweiz, 8400 Winterthur
Das Stadthaus Winterthur ist ein repräsentatives historisches Gebäude von Gottfried Semper aus dem Jahr 1869, das bis 2015 als Regierungssitz diente. Heute wird der ehemalige Gemeindesaal hauptsächlich als Konzertsaal für klassische Musik und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt, insbesondere vom Musikkollegium Winterthur.