
Musique
Klavierduo-Konzert: Andrei Gologan und Roxana Joana Cîrciu
Hotel Restaurant Hammer · Eigenthal

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Michail Schischkin - Lesung, Gespräch und Alexey Botvinov - Klavier ehren die Passion der französischen Pianistin Véronique Lautard-Shevchenko (geboren am 10. März 1901 in Turin, verstorben am 10. Dezember 1982 in Nowosibirsk), die Stalins Gulag überlebte. Véronique Lautard-Shevchenko wurde als Tochter einer spanischen Mutter und eines französischen Vaters in eine privilegierte Familie geboren. Die Eltern unterrichteten an der Pariser Sorbonne Mathematik und Philologie. Lautard-Shevchenko begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Zwölfjährig konzertierte sie unter Arturo Toscanini. Sie besuchte das Pariser Konservatorium, war Schülerin von Alfred Cortot und studierte anschließend an der Musikhochschule Wien. Nach den Studienjahren konzertierte sie weltweit. Mitte der 1930er Jahre heiratete sie in Paris den sowjetischen Ingenieur und Geigenbauer Wladimir Shevchenko. Das Ehepaar und ihr gemeinsames Kind sowie zwei Söhne aus Shevchenkos früherer Ehe siedelten 1938 in die UdSSR über. Die Pianistin und ihr Mann wurden 1941 vom NKWD verhaftet; sie wurde in den sibirischen Gulag verbracht. In der Haft erfuhr Lautard-Shevchenko von der Hinrichtung ihres Mannes und vom Tod des gemeinsamen Kindes. Die beiden Stiefsöhne starben während der Belagerung Leningrads in einem Waisenhaus an Hunger. Während ihrer mehrjährigen Lagerhaft stand der Pianistin kein Klavier zur Verfügung. Sie behalf sich mit einem Holzbrett, in das sie Tasten einritzte. Fortan spielte sie ohne Ton ihre Lieblingskomponisten Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin und Claude Debussy. Nach der Lagerhaft lebte sie verarmt und auf sich alleine gestellt als Klavierlehrerin in Nischni Tagil im mittleren Ural und konzertierte gelegentlich am dortigen Musiktheater. Nach ihrer vollständigen Rehabilitierung 1955 zog sie in die Region Altai im Süden Westsibiriens und bekam eine Anstellung an der Altai-Philharmonie. Eine Rückkehr nach Frankreich schlug sie aus: „Es wäre ein Verrat am Andenken jener russischen Frauen, die mir während dieser höllischen Zeit im Gefängnis geholfen haben.“ Mitte der 1970er Jahre erhielt sie eine Einladung an das Staatliche Sinfonieorchester Nowosibirsk, für das sie bis zu ihrem Lebensende als Solistin tätig war. Daneben konzertierte sie bis ins Jahr 1982 regelmäßig in Moskau, Sankt Petersburg, Odessa, Omsk und Swerdlowsk. Véronique Lautard-Shevchenko wurde auf einem Friedhof in Nowosibirsk beerdigt. Auf dem Grabstein ist ihr Leitspruch eingraviert: „Ein Leben, in dem es Johann Sebastian Bach gibt, ist ein Segen.“ Ihre Passion ist eine brennende Kerze des Widerstands von Schönheit, Geist und Liebe in dunkelsten Stunden der Menschheit. ____________________ Alexey Botvinov ist einer der angesehendsten Pianisten der Ukraine und ein international anerkannter Kulturschaffender. Er ist Gründer und Präsident von Odessa Classics, dem führenden Festival für klassische Musik in der Ukraine, das nun im Exil in verschiedenen europäischen Städten fortgesetzt wird. Botvinov ist Träger der Platinmedaille der französischen Akademie der Künste, Wissenschaften und Literatur; des Ordens „Stella d’Italia“; des Deutschen Verdienstkreuzes; des Schweizer Wilhelm-Tell-Preises. ___________________ Michail Schischkin ist einer der renommiertesten zeitgenössischen russischen Schriftsteller. Er wurde 1961 in Moskau geboren und lebt seit 1995 in der Schweiz. Er ist der einzige Autor, der alle drei großen russischen Literaturpreise erhalten hat – den Russischen Booker-Preis, den Nationalen Bestseller-Preis und den Big-Book-Preis. Seine Werke wurden in 35 Sprachen übersetzt. Seine Essays wurden in führenden internationalen Zeitungen wie The New York Times, The Guardian, Le Monde, EL PAIS, FAZ usw. veröffentlicht. Konzert mit anschliessendem Apéro und Mittagessen: CHF 160 Nur Konzert und Apéro: CHF 90 Zusätzlich mit Übernachtung: CHF 210