
Musique
Konzert Kammerchor Buchsgau - "Stabat Mater"
Kath. Kirche Maria Himmelfahrt · Oberbuchsiten

Musique
Domenico Scarlatti (1678-1741) Stabat Mater à 10 voci e basso continuo
Johann Hermann Schein (1586-1630) Fontana d'Israel - Israelis Brünnlein à 5 voci e basso continuo
Giovanni Gabrieli (1554-1613) Canzone à 10
Ensemble ROSA MYSTICA Zinken, Posaunen, Violinen Gamben, Violone, Orgel Kammerchor Buchsgau Tobias von Arb Leitung
Wir befinden uns im Jahre des Herrn 1727. Die Menschen in Rom freuen sich, denn soeben hat Papst Benedikt XIII. einen weiteren arbeitsfreien Tag verkündigt. Der neue Feier- tag heisst «Fest der sieben Schmerzen Mariens». Lange hat sich der Papst dagegen gesträubt, dieses Fest einzuführen, ist es doch ein Zugeständnis an die Volksfrömmigkeit. Die Legende sagt, den Anstoss zur Anerkennung als offizi- ellen Feier- und Gedenktag habe ein musikalisches Werk gegeben. Domenico Scarlatti schuf in den letzten Jahren seiner Tätigkeit in Rom ein zehnstimmiges «Stabat Mater» für das berühmte Ensemble des Petersdoms, die «Capella Giulia». Er soll damit seinen Arbeitgeber so tief beeindruckt haben, dass dieser die Gelegenheit ergriff und das mittel- alterliche Gedicht als eigene Sequenz dem neuen Feiertag zuordnete. Und in der Tat: Die visionäre Weite und Phantasiefülle des «Stabat Mater», sein zupackender, dramatischer Schwung und seine lyrische Anmut stellen es in den Kreis der ganz grossen Musikschöpfungen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Wir unterbrechen Scarlattis 10-teilige Sequenz nach je zwei Sätzen, um die jeweilige Textstelle mit einer Motette aus Johann Hermann Scheins epochaler Sammlung «Israelis Brünnlein» (1623) zu kommentieren. Schein, der wichtigste Thomaskantor vor Johann Sebastian Bach, entwickelte eine schon fast irritierend kühne Musiksprache. Er schuf Vokal- werke von reicher Dramatik und klanglicher Raffinesse, die bis heute emotional tief berühren. Das hochkarätige Instrumentalensemble, bestehend aus je fünf Bläsern und Streichern sowie Orgel, kommt ebenfalls zum Zug: Zwei der berühmten Instrumental-Canzonen von Giovanni Gabrieli beginnen und beschliessen das Konzertprogramm.