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Dampfzentrale · Bern
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Musique
Ruiqi Wang und Claire Gross erzählen in dieser Duo-Performance von der ebenso zerstörerischen wie schöpferischen Kraft des Blitzes – am Beispiel des tragischen Lebens von Cai Wenji, einer Künstlerin der Han-Dynastie.
Eine Saite reisst. Ein Blitz schlägt ein. Was mag aus dem Knall hervorwachsen? Als Kind hörte die spätere Dichterin und Musikerin Cai Wenji (177–249), wie eine Saite auf dem Guqin, der Zither des Vaters, riss. «Die zweite Saite», sagte sie. Eine weitere riss. «Die vierte!». Beide Male habe sie recht gehabt, wie das Buch «Record of Young Prodigies» aus dem 6. Jahrhundert erzählt.
In diesem intensiven Erlebnis, diesem Moment des Bruchs, so schreibt die junge Komponistin Ruiqi Wang, betrat Wenji die Geschichte. Ihr Leben sei ein Nachhall dieses Bruchs gewesen. Es folgten Krieg, Gefangenschaft, zwölf Jahre Exil, zerschmetternd wie ein einschlagender Blitz. Ein Blitz kann jedoch, so die Dualität, auch Wege zur Kreativität erhellen. Aus dem Verlust heraus schuf Wenji die «Achtzehn Lieder einer Nomadenflöte», in denen der Kummer zu einer schöpferischen Kraft wurde.
In ihrer Duo-Performance folgen die Komponistin und Performerin Ruiqi Wang und die bildende Künstlerin Claire Gross den Bruchstellen in Wenjis Biographie. Ihr Gedicht erscheint und löst sich gleich wieder auf: geseufzt, geschrien, verzerrt. Live-Klänge und Elektronik reiben sich aneinander. Und auch die Installation, genäht aus Reispapier, Leinwand und Tagebuchseiten, erzählt von der Zerbrechlichkeit des Lebens.
Ruiqi Wang (*1999): «18 songs of a nomad flute» (2026, UA)
Ruiqi Wang, Konzept / Komposition / Performance Claire Gross, Konzept / Live-Painting / Performance Natsumi Kumagishi, Konzept / Software Design

Experimental / IDM
Ruiqi Wang ist eine Multimedia-Künstlerin, Komponistin, Performerin und Forscherin, geboren in China und ansässig in der Schweiz. Ihre Arbeit erforscht die Schnittstelle von Klang, Technologie und kultureller Identität, oft unter Einbeziehung experimenteller elektronischer Musik und Klangkunst.
Claire Gross ist eine in der Schweiz tätige bildende Künstlerin und Performerin. Sie ist spezialisiert auf Malerei und Illustration und hat sich in Florenz ausbilden lassen. Im Rahmen der Performance «18 Songs of a Nomad Flute» in der Dampfzentrale Bern ist sie für Live-Painting und Performance zuständig, während Ruiqi Wang die elektronische Musik beisteuert.
Marzilistrasse 47, 3005 Bern, 3005 Bern
Die Dampfzentrale Bern ist ein Kulturzentrum und Restaurant direkt an der Aare, das ein vielfältiges Programm aus zeitgenössischem Tanz, Musik und Clubkultur bietet. Das Restaurant mit Garten serviert innovative, mediterrane Gerichte in einem industriellen Ambiente.