
Musik
Wie die finnische Komponistin Helvi Leiviskä (1902–1982), die als erste Frau in den Komponistenverband Finnlands aufgenommen wurde, gehört auch Mélanie Hélène Bonis (1858–1937) zu jenen Komponistinnen, die nach Jahren des Vergessens nun wiederentdeckt werden. Seit der Jahrtausendwende erfährt das Werk von Bonis eine wohlverdiente Renaissance – allen voran ihre Klavierwerke. Das Klaviertrio «Soir et Matin» (1907) aus der Feder der Pariser Komponistin beschreibt die kontrastreichen Stimmungen verschiedener Tageszeiten.
Die Musiker des Taru Ensembles kombinieren die melodischen Impressionen von Bonis mit dem Klaviertrio a-Moll (1914) von Maurice Ravel, das als herausragendes Beispiel dafür steht, wie Ravel den französischen Charme meisterhaft mit exotischen Einflüssen zusammenführte. Helvi Leiviskäs Klaviertrio bietet zudem die musikalische Gelegenheit, gedanklich nach Helsinki zu reisen und die nordischen Impulse der 1920er-Jahre zu entdecken.
«Paris/Helsinki» ist ein Anlass der Konzertgesellschaft für finnische Musik. Charakteristisch für die Veranstaltungsreihe ist der thematische Schwerpunkt auf Werken finnischer Komponisten, die in sorgfältig kuratierten Programmen mit Kollegen aus aller Welt über Epochen und Stile hinweg in Beziehung gesetzt werden. Auf Einladung der «L'Association pour la restauration de St. John’s» findet das Konzert in der anglikanischen Kirche St. John in Territet-Montreux statt. Die Kooperation wird von der Finnischen Kirche in der Schweiz mitgetragen. Nach dem Konzert lädt ein geselliges „Meet & Greet the Artists“ zum persönlichen Austausch mit den Musikern in der frühwinterlichen Atmosphäre ein. Willkommen!