
Musik
Der Nachtklang im Novartis-Pavillon schlägt eine Brücke zwischen der Musik und der Wissenschaft. Sie können vor dem Konzert den Pavillon selbst erkunden oder sich hier für eine Führung anmelden.
«La Gamme, en forme d'un petit Opéra» ist ein programmmusikalisches Kammermusikwerk, bei dem Marin Marais die formale Struktur der französischen Oper auf ein Kammertrio bestehend aus Violine, Viola da gamba und Cembalo (Basso continuo) überträgt. Das mehr als halbstündige Werk ist über eine auf- und wieder absteigende C-Dur-Tonleiter (la gamme französisch für die Tonleiter) aufgebaut, wobei auf jeder einzelnen Tonleiterstufe eine neue imaginäre Opernszene stattfindet.
Das Programm nimmt uns ausserdem mit zu einer Blasensteinoperation im 18. Jahrhundert. Der französische Komponist und Viola-da-gamba-Virtuose Marin Marais musste sich zu Lebzeiten, im hohen Alter von 64 Jahren, dieser Operation unterziehen. Obwohl diese Operation bereits eine spezialisierte Disziplin war, war sie riskant und die Sterblichkeitsrate lag bei 30 %. Die Überlebenden hatten oft mit schweren Folgen wie Infektionen oder Inkontinenz zu kämpfen. Marais überlebte die Operation und als Dank für die Heilung komponierte er «Tableau de l’Operation». Diese Suite, ein Beispiel für Programmmusik, illustriert musikalisch die Phasen der Operation.
François Couperin kombinierte bereits französische und italienische Stilelemente, als Marais sich noch gegen die italienischen Formen wandte. Couperins Concerts royaux, die er für den Hof Ludwigs XIV. komponierte, zeigen beispielhaft die Vermischung der musikalischen Stile: die französische Suitenform als Grundgerüst und italienische Stilmittel wie fugierte Sätze, langsame, gravitätische Adagios oder lange Phrasen mit virtuosen Spielfiguren – wobei die Suite stets dominierte. Das Fehlen der Instrumentationsangabe in der Partitur ist eine Besonderheit der Concerts royaux. Dasselbe Stück kann am Cembalo allein gespielt werden, oder das Cembalo übernimmt den Bass, während Violine, Viola da gamba, Oboe oder Flöte hinzutreten. Diese Freiheit findet sich auch bei Marin Marais.
Programm:
Musikalische und medizinische Kunst im französischen Barock.
Mit Musik von Marin Marais und François Couperin.
Mit Musiker:innen des Kammerorchester Basel und Gäste
Katya Polin (Violine) Martin Zeller (Viola da Gamba) Giorgio Paronuzzi (Cembalo) Dr. Frank Petersen (Lesung)
Nachtklang im Museum – die Konzertreihe
Der Nachtklang, die etwa einstündige entspannte Konzertreise in unterschiedliche musikalische Gefilde, ist in der Saison 2026/27 in vier Basler Museen zu Gast. Die Musiker:innen des Kammerorchester Basel setzen sich musikalisch mit den Ausstellungen, die sie umgeben, auseinander. Dem Publikum bietet sich die Gelegenheit, vor dem Konzert die jeweiligen Ausstellungen zu besuchen und im Anschluss die Musik zu geniessen.
Einlass ins Museum Eine Stunde vor Konzertbeginn Dauer der Konzerte 60 – 70 Minuten, ohne Pause Ticketpreis Konzert inkl. Museumseintritt: CHF 40.- Alle Konzerte der Reihe «Nachtklang im Museum» sind auch als Nachtklang-Pass zum Vorteilspreis erhältlich.