
Musique
Benefizkonzert zur Fotoausstellung «Die Uhr des Krieges»
Reformierte Stadtkirche Aarau · Aarau

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Mit Giuseppe Verdis «Messa da Requiem» steht zweifelsohne die opernhafteste Totenmesse der Musikgeschichte auf dem diesjährigen Programm des Oratorienchors Zürich. Folgt der Text noch fast durchgehend der römischkatholischen Liturgie, entspricht die Besetzung hingegen einem Opernorchester mit vier Vokalsolisten. So besitzt das Requiem denn auch die dramatische Geschlossenheit und die musikalische Vielfalt von Verdis grossen Opern. Das gesamte Werk besticht durch eine eindrückliche Tonsprache und Dramaturgie. So verlangt der Chor nach einer gewaltigen stimmlichen Masse für beinahe archaisch klingende Fortissimi, muss dennoch über die Agilität verfügen, das Pianissimo beinahe im Unhörbaren verschwinden zu lassen. Die Solopassagen gleichen Opernszenen, in denen die vier Solisten Marysol Schalit, Claude Eichenberger, Remy Burnens und Seth Carico, wie die Darsteller eines musikalischen Dramas auftreten. Es ist daher auch nicht weiter verwunderlich, dass die Aufführung des Verdi-Requiems in der Regel dem Konzertsaal vorbehalten bleibt. Gleichwohl bleibt es, bei aller Distanz Verdis zur Kirche, ein zutiefst geistliches Werk, in dessen Zentrum das menschliche Hoffen auf Erbarmen und Erlösung hier und in der Ewigkeit steht. Diesen zwei Seiten will der Oratorienchor Zürich diesen Herbst mit seiner Interpretation gerecht werden, mit Aufführungen zusammen mit dem Vokalensemble Ars Canora und dem Orchester Camerata Cantabile in der Tonhalle Zürich sowie in der Stadtkirche Aarau.
Der Oratorienchor Zürich ist ein 1950 gegründeter Chor, der sich der Aufführung alter und neuer Werke der klassischen Musik widmet. Er bringt regelmässig grosse oratorische Chorliteratur sowie unbekanntere Kompositionen zur Aufführung und legt Wert auf eine hohe musikalische Qualität. Der Chor ist als Verein organisiert und bereichert die Zürcher Kulturlandschaft mit seinen Konzerten.
www.oratorienchor-zuerich.ch