
Musik
Das diesjährige Adventskonzert in der Heiliggeistkirche Basel steht ganz im Zeichen Mozarts mit seinem Violinkonzert Nr. 4 D-Dur KV 218 und seiner Missa solemnis c-Moll KV 139, genannt Waisen-hausmesse. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb im Oktober 1775 sein viertes Violinkonzert, KV 218 in D-Dur. Dass bei der Kompo- sition mindestens ein äusserer Einfluss im Spiel war, zeigt eine Passage in einem Brief an seinen Vater: «Abends beim Souper spielte ich mein Straßburger Kon-zert, das wie Öl klang. Alle lobten meinen schönen, reinen Ton.» Das Wort «Straß-burg» bezieht sich auf die «Musette»-Epi-sode im dritten Satz – einer beliebten Melodie, die auch andere Komponisten seiner Zeit verwendeten. Die Messe KV 139 komponierte 1768 im Alter von 12 Jahren in seinem damaligen Wirkungsort Salzburg. Sie ist ein spre-chendes Zeugnis für das frühreife Genie des jungen Komponisten. Er schrieb die- se etwa 40 minütige Messe nicht nur im modernsten Stil seiner Zeit, sondern ver-stärkte deren opernhafte Züge noch in einer Grade, wie er es weder vorher noch nachher mehr getan hat. Dieses Werk schwelgt in schärfsten dramatischen Gegen-sätzen und enthält Bilder von einer musi- kalischen Kühnheit, an die die übrigen Wer- ke aus jener Zeit im Entferntesten nicht heranreichen. Sie besticht einerseits durch eine äusserst luxuriöse Instrumentalbe- setzung mit Oboen, Fagotten, vier Trom-peten, 3 Posaunen, Pauken und Streichern. Zudem ist sie von einer Gründlichkeit der künstlerischen Ausarbeitung, die uns für einen so jungen Menschen in höchs- tes Erstaunen versetzt. Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, für welche Gelegenheit das Werk komponiert wurde. Der Beiname im Titel verweist auf die Einweihung der Kirche des Waisenhauses, welches am 7. Dezember 1768 am Renn-weg in Wien stattfand.