
Music
Moses und Aron
Theater Basel · Basel

Music
Ein Abend mit drei Meisterwerken
Mit Werken von Jiří Kylián, Hans van Manen und Marco Goecke vereint dieser Abend gleich drei der bedeutendsten Handschriften der Tanzgeschichte und zeigt eine kontrastreiche Vielfalt an choreographischen Stilen zu einem abwechslungsreichen Musikmix zwischen Barock und Blues.
Teil 1 – ‹Bella Figura› von Jiří Kylián
Jiří Kylián ist eine der legendären Persönlichkeiten der internationalen Tanzszene. Über drei Jahrzehnte prägte er das künstlerische Profil des Nederlands Dans Theaters, das sich unter seiner Leitung zu einer der besten zeitgenössischen Ballettformationen der Welt entwickelt hat. Was Kyliáns Choreographien eint, ist ihre schmerzliche Schönheit und eine Leichtigkeit der Bewegungen, die mit tiefer Musikalität, expressiver Emotionalität und ergreifender Innerlichkeit einhergeht. In ‹Bella Figura› (1995) unternimmt Kylián eine faszinierende Zeit- und Denkreise, auf der er sich einmal mehr mit grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz auseinandersetzt und die festgefahrenen Grenzen zwischen Traum und Realität, zwischen Schein und Sein zu überwinden sucht. Zu einer Mischung aus alter und neuer Musik – Vivaldi, Pergolesi, Lucas Foss – lässt das längst zum Weltrepertoire gehörende Werk atemberaubende Duette, Trios und Quartette zusammenfinden.
Teil 2 – ‹The Old Man and Me› von Hans van Manen
Der niederländische Choreograph Hans van Manen verbindet zwei sehr unterschiedliche Musikstücke durch ein sinnliches, elegantes und komödiantisches Duett miteinander: zum titelgebenden melancholischen Blues-Song von JJ Cales und Strawinskys ausgelassener ‹Circus Polka› schuf er 1996 den Auftakt zu einem seiner berührendsten Tänze in der langen Liste seiner Meisterwerke. Mit Augenzwinkern betrachtet der erst kürzlich verstorbene Grossmeister des zeitgenössischen Balletts in ‹The Old Man and Me› das Älterwerden eines Paares, lässt es aber auch gefühlvoll die gemeinsamen Erinnerungen Revue passieren.
Teil 3 – ‹Le Spectre de la Rose› von Marco Goecke
Marco Goeckes Meisterwerk ‹Le Spectre de la Rose›, das im Jahr 2009 zum 100-jährigen Jubiläum der Ballets Russes für Les Ballets de Monte Carlo kreiert wurde, wird in Basel als Schweizer Erstaufführung zu sehen sein. Bereits mit seiner Uraufführung 1911 avancierte das Werk von Mikhail Fokine zu einem Klassiker, dessen Faszination bis heute nachwirkt. Marco Goecke nähert sich dem ikonischen Pas de deux in Form einer Erweiterung. Erzählt wird der poetische Traum eines Mädchens, das vom Geist einer Rose zum Tanz verführt wird. Goeckes Lesart erschafft eine geheimnisvolle Welt voller Liebessehnsucht zur Komposition von Carl Maria von Weber ‹Aufforderung zum Tanz›.
‹Bella Figura› von Jiří Kylián Uraufführung: 12.10.1995, Nederlands Dans Theater 1 im AT&T Theater Den Haag Musik von Lukas Foss, Giovanni Battista Pergolesi, Alessandro Marcello, Antonio Vivaldi, Giuseppe Torelli
‹The Old Man and Me› von Hans van Manen Uraufführung: 29. Februar 1996, Nederlands Dans Theater 3, Den Haag Musik von Igor Strawinsky, W.A. Mozart, J.J. Cale
‹Le Spectre de la Rose› von Marco Goecke Uraufführung: 14. Juli 2009, Les Ballets de Monte Carlo, Terrasses du Casino de Monte-Carlo Musik von Carl Maria von Weber